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Mittwoch, 06.12.2017

McDonald's: Trennung von Schlachthof nach Vorwürfen der Tierquälerei

Tötung eines Rindes im Schlachthof Düren. Foto: Soko TierschutzTötung eines Rindes im Schlachthof Düren. Foto: Soko Tierschutz

Nachdem Tierschützer skandalöse Zustände in einem Schlachthof in Düren aufgedeckt haben, zieht McDonald's Konsequenzen und stellt die Zusammenarbeit mit dem Betrieb ein. Der Konzern bezog in diesem Jahr 170 t Rindfleisch für seine Burger aus NRW. Das entspricht ca. 0,5 % der Gesamtmenge an Rindfleisch, die McDonald’s Deutschland für das Jahr 2017 bis dato eingekauft hat.

Wie 'Report München' und die 'Süddeutsche Zeitung' berichteten, sollen die Tiere in dem Schlachthof in Düren (NRW) vor der Tötung nur unzureichend betäubt worden sein. Rinder und Schweine sind teilweise auf dem Schlachtband in ihrem eigenen Blut wieder erwacht. Der Verein 'Soko Tierschutz' hat dazu Videomaterial veröffentlicht, das die Zustände dokumentiert. In dem bio-zertifizierten Schlachtbetrieb werden je nach Schlachttag bis zu 700 Schweine und rund 350 Rinder getötet.

Das Landratsamt des Kreises sieht zurzeit trotz der Videobeweise keine "Überschreitung" der Gesetze. "Die Verstöße sind aber keine Ausnahme", sagt Friedrich Mülln, Vorsitzender des Vereins 'Soko Tierschutz'. Seine Undercover-Ermittler waren im Oktober und November jeweils mehrere Tage in dem Schlachthof unterwegs. Mülln kritisiert die allgemein gültige Praxis, dass Überprüfungen der Standards vom Veterinäramt immer nur nach Voranmeldungen unternommen werden. Sein Verein hat Strafanzeige gegen das Amt, den Betreiber des Schlachthofes und den Leiter der Schlachtkolonne gestellt.

McDonald's reagierte nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe prompt. "Wir haben den Bezug von Fleisch von besagtem Betrieb bereits während der Recherche unverzüglich einstellen lassen. Dies gehört bei McDonald’s zum Standardprozess bei derartigen Vorwürfen und wird auch bis auf Weiteres so bleiben. Selbstverständlich haben wir unseren Lieferanten, die OSI Food Solutions, bereits aufgefordert, die erhobenen Vorwürfe schnell und intensiv zu überprüfen. Die Einhaltung geltender Tierwohlstandards ist für uns nicht verhandelbar und aufgrund der Berichterstattung sehen wir diesen Grundsatz hier nachhaltig gefährdet", ließ McDonald's in einem Statement verbreiten.

www.soko-tierschutz.org
www.mcdonalds.de




Redaktion food-service