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Freitag, 21.04.2017

Ökobarometer: Nachholbedarf bei Bio in Betriebsrestaurants

Überzeugte Bio-Esser sind auch bereit, dafür mehr auszugebenÜberzeugte Bio-Esser sind auch bereit, dafür mehr auszugeben

Bio-Angebote in der Gemeinschafts-gastronomie sind aktuell noch die Ausnahme. Nur 18 Prozent der Tischgäste in Betriebsrestaurants und Mensen können täglich mindestens ein Biogericht aus dem Speisenangebot auswählen.

Das ist das Ergebnis des Ökobarometers 2017, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegt hat. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem Konsum von Biolebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung. Lediglich 10 Prozent Prozent der Befragten besuchen danach täglich oder fast täglich eine Mensa oder einer Kantine. Fast Dreiviertel der Befragten tun das nie, entweder weil es für sie kein entsprechendes Angebot gibt oder sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht in Anspruch nehmen.

Geringe Kenntnisse über vorhandene Bio-Angebote


Die Befragung förderte ein erstaunliches Nichtwissen unter den Mensa-/Kantinengängern hervor: 42 Prozent haben keine Ahnung, ob es in ihrer gemeinschaftsgastronomischen Einrichtung ein Bio-Angebot gibt. Stehen Bio-Gerichte auf dem Speisenplan, werden sie von 29 Prozent der Gäste ganz bewusst bevorzugt. Weitere 23 Prozent machen es vom jeweiligen Gericht abhängig und für 36 Prozent spielt es bei ihrer Speisenauswahl keine Rolle, ob Bio-Lebensmittel verwendet wurden oder nicht.

Fast jeder Dritte würde Bio-Gerichte bewusst bevorzugen


Deutlich sensibler gegenüber dem Thema Bio zeigt sich offensichtlich die große Mehrheit der Befragten, die in der Regel keine Kantinen bzw. Mensen besuchen. Fast ein Drittel von ihnen würde einem Bio-Angebot bewusst den Vorzug geben. Fast genauso viele wären auch bereit, dafür zwischen 1,50 und 2 Euro mehr auszugeben und weitere 14 Prozent gingen auch über die 2-Euro-Schwelle. Das Ergebnis legt den Schluss nahe, dass mit Bio-Angeboten in Mensen und Betriebsrestaurants neues Gästepotenzial gewonnen werden könnte. Vorausgesetzt, es wird darüber auch umfänglich informiert.

Das Ökobarometer resultiert aus einer repräsentativen telefonischen Umfrage unter Verbrauchern und wird in regelmäßigen Abständen über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) erstellt. Für den aktuellen Barometer wurden im Dezember 2016 und Januar 2017 insgesamt 1004 Verbraucher befragt.

www.bmel.de/oekobarometer2017





Redaktion gv-praxis