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Dienstag, 10.10.2017

iFood 2017: Online Communities für die eigene Marke nutzen

Der Weg der Kaufentscheidung ist längst nicht mehr linear...Der Weg der Kaufentscheidung ist längst nicht mehr linear...

Auf der 4. Innovation Food Conference (iFood) im Rahmen der Anuga gab Cyrille Filott von der Rabobank nützliche Insights zum Thema Online Communities.

Whirlpool, der Hersteller von u.a. Küchengeräten, kaufte jüngst Yummly, eine Rezeptplattform mit 20 Mio. Usern. Glanbia, ein irisches MoPro-Unternehmen, kaufte den Online-Shop und die dazugehörigen Fitnesscommunities Body&Fit. Und AB InBev, die weltgrößte Brauereigruppe (gemessen am Absatzvolumen), kaufte Ratebeer, eine Bewertungsplattform für bis dahin kleine Craft-Biere.

Die Idee war jedes Mal die gleiche – und sie ist laut Filott zeitgemäß und richtig: Das Ohr so nah wie möglich am Kunden haben, ihm zuzuhören und zu sehen, wie er wann warum agiert. Was zum Beispiel gerade wie in den Küchen der USA gekocht wird, kann für Produktentwicklung, Vertrieb und Marketing von Whirlpool inspirierend sein.

Diese vier Regeln gilt es, im &039; der Kommunikation zu beachten.Diese vier Regeln gilt es, im &039; der Kommunikation zu beachten.



Filott bezeichnet den Kontakt mit den Kunden, der heutzutage keineswegs mehr linear, sondern ein erratischer Prozess sei, dem zu folgen für die Firmen fast unmöglich wäre, als Community Game. In diesem Spiel gebe es vier Regeln zu beachten:
-          Satisfaction: Biete Content, der für deine Zielgruppe relevant und interessant ist
-          Participation: Sei aktiv dabei, reagiere schnell und authentisch, fordere zum Mitmachen auf
-          Trust: So wenig Kontrolle, so wenig Zensur wie möglich – schaffe ein offenes, transparentes Klima
-          Commitment: Bringe die Kunden dazu, wieder zur Plattform zurückzukehren – durch Benefits jeglicher Art (und fast nie monetär-materiell gemeint)

Die wichtige Lehre, die Filott aus den o.g. drei Beispielen für die Zuhörer zieht, ist die folgende: Vertrauen und Transparenz sind die wichtigsten, aber am schwersten zu greifenden Faktoren in diesem Spiel. Konkret zeigte sich das im dritten Fall, wo der Schuss nach hinten losging. AB InBev untersagte Ratebeer, seiner Community zu sagen, wer der große Investor ist. Die Stakeholder dieser Community sind kleinere und mittlere Brauereien, die aktiv zum Gelingen der Community beitragen und dort auch vertrauensvoll Daten geteilt haben. Diese fühlten sich nun hintergangen, als herauskam, wer hinter dem Kauf steckt. Dass AB InBev daraufhin ein Interessenskonflikt vorgeworfen wurde, hat es sogar in den deutschen Wikipedia-Artikel des Unternehmens geschafft. „Wer das Vertrauen der Community verspielt, wer mauschelt und nicht transparent über seine Ziele kommuniziert, kann innerhalb kürzester Zeit eine stabile Community in den Grundfesten erschüttern oder sie gar vollends zum Erliegen bringen“, so Filott abschließend.

www.ifoodconference.com



Redaktion food-service